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Stephan Heidemann
Justizvollzugsbeamte

Justizvollzugsbeamte

Ein leistungsfähiger und effektiver Strafvollzug ist für die innere Sicherheit eines Staates eine wesentliche Grundlage. Justizvollzugsbeamte sind verantwortlich für die sichere Verwahrung von Straftätern und leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Schutz unserer Gesellschaft. Justizvollzugsbeamte sind Landesbeamte, die in einer Justizvollzugsanstalt, kurz JVA, ihren Dienst ausüben. Deutschland verfügt über 181 Justizvollzugsanstalten, in denen etwa 70.000 Menschen ihre Strafe verbüßen. Das Bild, was in Fernsehkrimis oder -serien vom Leben hinter Gittern vermittelt wird, hat oft wenig mit der Realität zu tun. 

Berlin verfügt über 

  • sechs Justizvollzugsanstalten (JVA)
  • eine Jugendstrafanstalt (JSA)
  • eine Jugendarrestanstalt (JAA)
  • ein Justizvollzugskrankenhaus in der JVA Plötzensee

Es gibt 3 Arten von Justizvollzug:

  • Untersuchungshaftvollzug
  • Erwachsenenstrafvollzug
  • Jugendstrafvollzug

Welche Aufgaben übernehmen Justizvollzugsbeamte?

Eine der Hauptaufgaben der Beamten ist, die Häftlinge auf ihre Entlassung vorzubereiten und bei Ihrer Resozialisierung zu unterstützen. Die Aufgaben im Überblick:

  • Beaufsichtigen von Häftlingen
  • Betreuung von Häftlingen
  • Versorgung von Häftlingen
  • Kontrolle von Häftlingen
  • Organisation der Freizeitgestaltung

Der Dienst von Justizvollzugsbeamten hinter Gittern

Justizvollzugsbeamte arbeiten im Drei-Schicht-System sowohl an Werktagen, Feiertagen als auch an Wochenenden. Einsatzbereiche sind der Vollzugsdienst, Werksdienst, Sanitätsdienst oder Verwaltungsdienst. Aus Sicherheitsgründen, beispielsweise bei Gefahr im Verzug, Gefährdung der Sicherheit eines Kollegen oder des Gefangenen selbst, dürfen die Beamten auch ohne richterliche oder staatsanwaltliche Zustimmung Zwangsmaßnahmen ausüben. Aus diesem Grund dürfen sie zum Beispiel: Schlagstöcke, Pfefferspray und Fesseln sowie Hand- und Fußschellen mit sich führen. Besonders gefährdete Justizvollzugsbeamte tragen spezielle Waffen wie Reizstoffsprühgeräte, kurze oder ausziehbare Einsatzstöcke oder auch verschiedene Schusswaffen bei sich. 

Speziell ausgebildete Beamte sorgen innerhalb der JVA für Schutz bei besonders gefährlichen Maßnahmen, wie beim Transport von gefährlichen Gefangenen, Haftraumstürmungen oder körperlichen Auseinandersetzungen. Justizvollzugsbeamte sind geschult, unverzüglich Sofortmaßnahmen bei Bränden oder Katastrophenfällen, bei Geiselnahmen, bei Verbarrikadierungen, Meutereien oder Bombendrohungen einzuleiten. 

Ausbildung von Justizvollzugsbeamten

Der Justizvollzug ist Aufgabe der einzelnen Bundesländer. Unterschiede gibt es hauptsächlichst beim Bewerbungs- und Auswahlverfahren. Im Justizvollzug wird teilweise neben der Ausbildung im mittleren, gehobenen und höheren Dienst noch die Laufbahn im einfachen Dienst angeboten. Zukünftige Justizvollzugsbeamte sollten unter anderem gern mit Menschen umgehen, interkulturell kompetent, team- und kommunikationsfähig sein, über Durchsetzungsvermögen, Toleranz, soziales Engagement, Einfühlungsvermögen sowie eine hohe psychische und physische Belastbarkeit verfügen. Viele Beamte sind Quereinsteiger, die bereits eine Ausbildung, zum Beispiel zum Krankenpfleger, abgeschlossen haben.

Im Dienst stehen Justizvollzugsbeamte immer wieder vor neuen Herausforderungen

Justizvollzugsbeamte haben nach ihrer Ausbildung hervorragende Berufs- und Karriereaussichten. In der Regel werden sie nach der 3jährigen Probezeit in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit übernommen. Zunächst müssen Sie die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen:

  • deutsche Staatsangehörigkeit oder Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaats
  • einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis ohne Vorstrafen
  • geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, das heißt Schuldenfreiheit
  • keine sichtbaren Tätowierungen
  • Alter zwischen 21 und höchstens 45 Jahre 

Erfüllen Sie die Voraussetzungen, werden Sie zu einem Auswahlverfahren eingeladen, bei welchem die für den Dienst wichtigen Fähigkeiten getestet werden. Dazu gehören Sporttests, Intelligenztests, eine ärztliche Untersuchung der Diensttauglichkeit sowie Vorstellungsgespräche, um die psychische, physische und charakterliche Eignung zu prüfen. Sind Sie in körperlicher, gesundheitlicher, charakterlicher und geistiger Hinsicht für den allgemeinen Vollzugsdienst geeignet, konnten Sie das Auswahlverfahren erfolgreich beenden und erfüllen Sie die gesetzlichen Voraussetzungen, kann Ihre Ausbildung beginnen.

Die Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten im mittleren Dienst

Die Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten im mittleren Dienst setzt den Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung voraus. 

Der theoretische Unterricht findet in der Bildungsstätte Justizvollzug Berlin in der JVA Plötzensee statt. Theoretische Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Recht sowie auf Grundlagen der Psychologie, Kriminologie und Pädagogik, Strafvollzug, erste Hilfeleistung und Gebrauch der Schusswaffe. Wesentliche und wichtige Bestandteile der Ausbildung sind das Training von Deeskalationstechniken sowie Eingriffs- und Sicherungstechniken zur Gefahrenabwehr und der professionelle Umgang mit Häftlingen. Das körperliche Training ist ein elementarer Bestandteile Ihrer Ausbildung.

Die praktische Ausbildung erfolgt in mehreren Justizvollzugsanstalten, in denen Sie unterschiedliche Vollzugsformen, wie den geschlossenen Vollzug, Untersuchungshaftvollzug, Jugendvollzug, offener Vollzug und sozialtherapeutischer Vollzug kennenlernen. Zunächst unter Anleitung und später selbstständig nehmen Sie die Aufgaben eines Justizvollzugsbeamten wahr. Während der praktischen Ausbildung erhalten die Anwärter einen umfassenden Einblick in die Organisation, Arbeits- und Versorgungswesen und den Bereich Sicherheit und Ordnung von Justizvollzugsanstalten. Der Vorbereitungsdienst wird mit der Laufbahnprüfung abgeschlossen. Bei erfolgreicher Prüfung können Sie zum Beamten auf Probe ernannt werden.

Justizvollzugsbeamte durchsuchen Zellen auf Schmuggelware, Drogen, Alkohol sowie weitere unerlaubte und gefährliche Gegenstände, wohnen Haftbesuchen bei, überwachen den Post- und Telefonverkehr, begleiten Gefangenentransporte, sind zuständig für die Versorgung der Häftlinge, verteilen die Mahlzeiten und Kleidung. Weiterhin betreuen Justizvollzugsbeamte Häftlinge, fördern ihre Interessen und Fähigkeiten im Rahmen von Freizeitangeboten und sind erster Ansprechpartner bei allen Fragen und persönlichen Problemen. 

Schon während der Ausbildung können Sie sich für einen Bereich spezialisieren, zum Beispiel:

  • Allgemeiner Vollzugsdienst
  • Mittlerer Verwaltungsdienst
  • Werkdienst
  • Sanitätsdienst

Im Verwaltungsdienst führen Justizvollzugsbeamte Häftlings- und Personalakten, bereiten Aufnahme- und Entlassungspapiere der Gefangenen vor, führen den Schriftverkehr mit Staatsanwaltschaften, Gerichten und anderen Behörden.

Im Werkdienst sind Sie für die gesamte Organisation, einschließlich des Finanz- und Rechnungswesens, für die Beschäftigung sowie die Aus- und Weiterbildung der Gefangenen verantwortlich. Eine Ausbildung bildet oftmals die Basis für eine erfolgreiche Resozialisierung. Eine Erwerbstätigkeit und ein strukturierter Tagesablauf kann erneute Straffälligkeit verhindern. Sie leiten gefängniseigene Betriebe, unterweisen Gefangene in ihre Aufgaben, teilen Arbeitsgeräte zu und überwachen die Einhaltung der Schutzmaßnahmen.

Im Sanitätsdienst unterstützen Justizvollzugsbeamte den Gefängnisarzt. Sie assistieren dem Arzt, betreuen erkrankte Gefangene, wohnen Eingangsuntersuchungen bei und dokumentieren diese. Der Dienst ist vor allem für bereits ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger bestens geeignet.

Justizvollzugsbeamte im gehobenen Dienst

Ausbildungsvoraussetzungen:

  • Fachhochschulreife, allgemeine Hochschulreife oder ein vergleichbarer Bildungsabschluss 
  • Erfüllen der beamtenrechtlichen Voraussetzungen
  • Bestehen des Auswahlverfahrens

Der Vorbereitungsdienst, das duale Studium, dauert in der Regel 3 Jahre und besteht aus fachwissenschaftlichen und -praktischen Abschnitten von jeweils 18 Monaten. Theoretische Kenntnisse werden an einer Fachhochschule für Rechtspflege vermittelt. Die fachpraktischen Fähigkeiten eignen Sie sich an mindestens zwei verschiedenen Justizvollzugsanstalten an. Ausbildungsinhalte des Studiums sind insbesondere:

  • Vollzugs-, Vollzugsverwaltungs-, Straf-, Strafprozess- und Zivilrecht
  • Haushalts-, Beamten- und Tarifrecht 
  • Staats- und Verwaltungsrecht
  • Personalführung
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Kriminologie und Psychologie
  • Sicherheitsorganisation in Justizvollzugseinrichtungen

Tätig werden Justizvollzugsbeamte im gehobenen Dienst beispielsweise in den Bereichen:

  • Organisation der Vollzugsabteilung
  • Sicherheit und Ordnung
  • Arbeits- und Versorgungswesen
  • Rechnungswesen und Controlling
  • Leitung der Versorgungsbereiche (Küche, Wäscherei)

Sie treffen unter anderem Entscheidungen über die Verlegung von Gefangenen, erteilen Genehmigungen, zum Beispiel für den offenen Vollzug, verfassen Stellungnahmen zu Gnadenverfahren und zur Aussetzung von Strafen, übernehmen Verwaltungsaufgaben in Geschäftsleitung und Personaladministration sowie spezielle Aufgaben des mittleren Führungsmanagements oder werden in den für den Justizvollzug zuständigen Behörden und Ministerien tätig. Bei Eignung ist auch ein Aufstieg in die Laufbahn des höheren Verwaltungsdienstes möglich.

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