Ausbildung
Die 2,5-jährige Ausbildung besteht aus einem überwiegend theoretischen und einem praktischen Teil.
Der theoretische Unterricht findet in den Landespolizeischulen statt. Vor allem im ersten Lehrjahr überwiegt noch der theoretische Teil. Zur praktischen Ausbildung werden ein paar einsatznahe Trainingseinheiten durchgeführt.
Die theoretische Ausbildung in der Schule umfasst unter anderem Sicherheits- und Ordnungslehre, Eingriffsrecht, Einsatzlehre, Strafrecht, Kriminalistik, Verkehrsrecht, Berufskunde und Beamtenrecht. Die Fächer Deutsch und Englisch, Politik und Geschichte sind obligatorisch. Polizeivollzugbeamte stehen häufig vor großen körperlichen Herausforderungen, weshalb auch ein intensiver Sportunterricht auf dem Lehrplan steht.
Ab dem zweiten Jahr werden die Anwärter schon mehr in die praktische Arbeit der Bereitschaftspolizei einbezogen.
Auch an speziellen Seminaren und Trainings wird notwendiges Wissen für die Tätigkeit eines Polizeivollzugbeamten vermittelt. Beispielsweise Verhaltenstrainings, Fahrsicherheitstrainings, PC-Anwendungsseminare, Einsatztrainings und Praxiseinweisungen.
Nach erfolgreicher Laufbahnprüfung werden Polizeivollzugsbeamte im mittleren Dienst vor allem bei der Bereitschaftspolizei oder im Streifendienst eingesetzt.
Streifendienst
Polizeivollzugsbeamte auf Streife sind stets unterwegs. Zu zweit erkennen sie verdächtiges Verhalten, beobachten, ob alles in geregelten Bahnen verläuft - sie sorgen für die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Polizeivollzugsbeamte im mittleren Dienst kontrollieren Ausweise, helfen Menschen in Not, befragen Zeugen oder sind bei Diebstahl sofort zur Stelle. Dabei stehen sie die ganze Zeit mit der Zentrale per Funk in Kontakt, können unverzüglich Verstärkung anfordern sowie das Revier ständig auf dem Laufenden halten.
Auf dem Revier
Vor Bürokratie sind auch Polizeivollzugsbeamte nicht geschützt. Es müssen Zeugenaussagen, Protokolle und Berichte erfasst werden, sodass Vorfälle später in allen Einzelheiten erneut herangezogen werden können. Anzeigen, die direkt auf dem Revier erstattet werden, müssen aufgenommen und weitergeleitet werden, woraufhin die Aufnahme der Ermittlungen organisiert und veranlasst wird.
Der Kontakt und ständige Austausch unter Kollegen spielen eine wichtige Rolle.
Verkehrsüberwachung
Jeden Tag passieren unzählige leichte und auch schwere Unfälle. Neben dem Krankenwagen wird zuerst die Polizei zum Unfallort gerufen. Hier müssen Zeugenaussagen über den Unfallhergang aufgenommen, Verletzte betreut und die Unfallstellen abgesichert werden. Außerdem sorgen sie dafür, dass der Verkehr schnellstmöglich wieder in Gang kommt.
Von großer Bedeutung ist, stets die Ruhe zu bewahren. Die am Unfallgeschehen beteiligten Opfer müssen betreut und beruhigt werden, was sicherlich nicht immer einfach ist. Es gibt Situationen, in denen die Beamten an ihre psychische Belastungsgrenze kommen.
Schulen werden von Polizeivollzugsbeamten besucht, um den Kindern frühzeitig das richtige Verhalten im Straßenverkehr beizubringen. Regelmäßige müssen Verkehrskontrollen, wie Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen, durchgeführt werden. Auch hier kommen Polizeivollzugsbeamte im mittleren Dienst zum Einsatz. Sie verhängen Bußgelder und sorgen gegebenenfalls dafür, dass der Führerschein entzogen wird.
Für all diese Tätigkeiten sind bestimmte Voraussetzungen unabdingbar:
- Genauigkeit
- Aufmerksamkeit
- Körperbeherrschung
- Planungs- und Organisationstalent
- ,mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen sowie Rechtschreibsicherheit
- Konfliktfähigkeit
- Leistungs- und Einsatzbereitschaft
- Durchhaltevermögen
- Sorgfalt
- Selbstständigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- psychische Belastbarkeit
- Selbstkontrolle
- Flexibiltät
Wird die Abschlussprüfung erfolgreich abgeschlossen, werden die Anwärter zum Polizeivollzugsbeamten auf Probe ernannt und nach mindestens zwei Jahren Probezeit zum Beamten auf Lebenszeit berufen.