Wetterdienstbeamte im mittleren Dienst
In der Regel wird mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer förderlichen abgeschlossenen Berufsausbildung vorausgesetzt. Wetterdienstbeamte sollten eine gute Beobachtungsgabe, Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationsbereitschaft mitbringen sowie Spaß an Mathematik und Physik. Erfüllen Sie alle Voraussetzungen und haben Sie den Eignungstest bestanden, kann die 20monatige Ausbildung zum Wetterdienstbeamten im mittleren Dienst beginnen. Den Vorbereitungsdienst absolvieren Sie in Bildungseinrichtungen und Dienststellen des Deutschen Wetterdienstes, des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr und Bildungszentrum der Bundeswehr. Während Ihrer 8monatigen fachtheoretischen Ausbildung erlangen Sie Kenntnisse beispielsweise in den Bereichen:
Meterologie
- Wetterbeobachtung und -verschlüsselung, Wolkenkunde
- Flugwetterdienst, Wetterfernmeldedienst, agrarmeteorologischer Dienst
- Radioaktivitätsmessdienst, Klimadienst
Aerologie
- Messen und Registrieren
- Informationstechnik, Datenerfassung und -übertragung
- Pflege, Wartung und Funktionsprüfung von meteorologischen Messinstrumenten
In berufspraktischen Abschnitten lernen Anwärter die Aufgaben Wetterdienstbeamter im mittleren Dienst kennen, vorrangig in den Bereichen Wetterfachdienst, Datendienst und Betriebsdienst. Der Vorbereitungsdienst wird durch die Verordnungen des Bundes geregelt. Am Ende der Ausbildung steht die Laufbahnprüfung an. Danach werden Sie bei Nichtbestehen entlassen und bei bestandener Laufbahnprüfung in der Regel zum Beamten auf Probe ernannt.
Aufgaben Wetterdienstbeamter im mittleren Dienst
Messen, Sammeln, Prüfen, Beobachten und Dokumentieren sowie die Aufbereitung meteorologischer Daten ist in etwa die Kurzfassung der Aufgaben Wetterdienstbeamter im mittleren Dienst. Beim Geoinformationsdienst der Bundeswehr sind Sie insbesondere für die Bundeswehr im Rahmen eines zivilen Spezialdienstes tätig.
Wetterdienstbeamte liefern die Fakten für die Vorhersagen des amtlichen Wetterdienstes. Sie beobachten Wettererscheinungen, messen Wetterdaten wie Niederschlagsmenge, Luftdruck, -temperatur und -feuchtigkeit. Sie nehmen die Messwerte digitaler Messsysteme auf, werten sie aus und bereiten sie computergestützt so auf, dass daraus eine Wettervorhersage gewonnen und amtliche Wetterwarnungen herausgegeben werden können. Wetterdienstbeamte nehmen in erster Linie Aufgaben in der Wetterbeobachtung und der Informationstechnik wahr und unterstützen die Kollegen im Vorhersage-, Warn- und Klimadienst. Wettermeldungen werden verschlüsselt an Wetterämter geschickt, gesammelt und untereinander ausgetauscht.
Wetterdaten sind in vielen Wirtschaftsbereichen wichtig, die Relevanz jedoch ist in jedem Bereich anders gelagert. So benötigt die Bau-oder Landwirtschaft andere Informationen als beispielsweise Bereiche wie Straßenwetterbericht oder Medizinmeteorologie. Für den Flug- und Schiffsverkehr zählen Faktoren, die Einfluss auf die Sicherheit haben könnten. Wetterdienstbeamte im mittleren Dienst messen und überwachen außerdem den Grad radioaktiver Spurenstoffe in der Atmosphäre und arbeiten die Ergebnisse für Beratungsunterlagen und Gutachten auf.
Ausbildung von Wetterdienstbeamten im gehobenen Dienst
Für die Zulassung zum Studium wird in der Regel die Fachhochschulreife, die allgemeine Hochschulreife oder ein vergleichbarer Bildungsabschluss vorausgesetzt. Sie müssen außerdem die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen und das Auswahlverfahren erfolgreich bestehen. Die Ausbildung zum Wetterdienstbeamten im gehobenen Dienst wird als 3jähriges Diplomstudium absolviert. Geregelt wird das Studium durch Verordnungen des Bundes. Sie studieren an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (Zentralbereich und Fachbereich Wetterdienst), praktisches Wissen und Erfahrungen erwerben Sie in Dienststellen des Deutschen Wetterdienstes beziehungsweise des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr.
Studienschwerpunkte sind:
- Verwaltungs- und zivilrechtliche Grundlagen
- Betriebswirtschaftliche Grundlagen
- Organisation und Informationstechnik
- Allgemeine, theoretische und synoptische Meteorologie
- Mathematik, Physik, Statistik
- Klimatologie
- Geografie
- Meteorologische Beratung/Flugmeteorologie
- Meteorologische Messverfahren
- Informationstechnische Anwendungen in der Meteorologie
- Meteorologische und geophysikalische Beratungsverfahren
- Fachbezogenes Englisch
In berufspraktischen Studienabschnitten liegt der Fokus auf den Bereichen:
- Synoptischtechnischer Dienst
- Meteorologische Messverfahren
- Beratungs- und Klimadienst
Aufgaben Wetterdienstbeamter im gehobenen Dienst sind unter anderem meteorologische Beratungen und die meteorologische Sicherung der See- und Luftfahrt. Sie werten Beobachtungs- und Messdaten aus, erteilen Auskünfte über die Wetterlage und geben Wettervorhersagen und -warnungen heraus. Sie überwachen mögliche Trends und Veränderungen des Klimas und bewerten diese. Im Geoinformationsdienst der Bundeswehr liefern Sie Daten über einsatzrelevante Umwelteinflüsse für Heer, Luftwaffe und Marine und führen beispielsweise einsatzbezogene Flugwetterberatungen durch. Sie erarbeiten Programme für fachbezogene IT-Anwendungen, sind an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben beteiligt oder sind in Bereichen wie Personalmanagement und Aus- und Weiterbildung tätig und wirken bei der Entwicklung, Erprobung und Wartung meteorologischer Instrumente und Geräte mit. Als Sachbearbeiter erledigen Sie Aufgaben beispielsweise in den Bereichen Medizinmeteorologie, Medien, Vorhersagekunde und Hydrometeorologie.